Mit einer Anwartschaft das Thema PKV schon im Studium klären

Wer kurz vor dem Referendariat steht, hat oft viel zu tun: letzte Examensprüfungen und damit verbundene Bürokratie, vielleicht ein Umzug oder die Anschaffung eines Autos – je nachdem, wo man einen Referendariatsplatz ergattern konnte.

Zwischendrin dann die amtsärztliche Einstellungsuntersuchung. In einem Beispiel aus unserer Beratungspraxis kommt ein 25jähriger, bis dato kerngesunder, angehender Oberschullehrer aus dieser Untersuchung und hat auf einmal zwei Diagnosen: ein Blutwert ist deutlich unterhalb der Norm – eine angeborene Anomalie, medizinisch ohne Bedeutung. Dazu wird im Belastungs-EKG eine Anomalie des Herzens diagnostiziert, “ohne eigenen Krankheitswert”. Zwei Zufallsbefunde, die laut Amtsarzt keiner weiteren Untersuchung, Behandlung oder Therapie bedürfen.

Knackpunkt Gesundheitsprüfung

Der angehende Oberschullehrer aber möchte sich zu Beginn des Referendariats privat krankenversichern. Und dies geht nur mit einem recht umfangreichen Fragebogen zur Gesundheit. Müssen die Zufallsbefunde angegeben werden, auch, wenn sie als nicht behandlungsbedürftig gelten? Die klare Antwort lautet: Ja!

Zum einen, da die Mehrzahl der Versicherer konkret nach “Untersuchungen” bei Ärzten in den drei Jahren vor Antragstellung fragen. Doch auch Versicherer, die dies nicht explizit abfragen, fragen z.B. nach Anomalien. Entscheidend ist hier also, dass der angehende Lehrer Kenntnis von diesen Anomalien hat und sie aktenkundig sind.

Letzte Rettung Risikovoranfrage

In dieser Situation steht dann das Instrument der Risikovoranfrage zur Verfügung: verschiedene Versicherer werden gleichzeitig angefragt, erhalten die jeweiligen Fragebögen zur Gesundheit und werden um Stellungnahme gebeten. In den meisten Fällen unterscheiden sich die Reaktionen deutlich. Während der eine Versicherer rundheraus ablehnt, ist der nächste bereit, mit einem Risikozuschlag Versicherungsschutz anzubieten.

Lehnen alle ab, bleibt natürlich der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach Ende des Referendariats eröffnet sich dann zur erstmaligen Verbeamtung auf Probe erneut eine Möglichkeit durch eine Öffnungsaktion vieler privater Krankenversicherer. Innerhalb dieser Aktion werden auch nicht bisher nicht versicherbare Interessenten aufgenommen – allerdings mit Beitragszuschlägen und eingeschränktem Leistungsumfang.

Mit Anwartschaft wäre das alles gar nicht passiert!

Die Anwartschaft oder Optionsversicherung auf die private Krankenversicherung für Lehramtsstudierende kann bereits im ersten Semester abgeschlossen werden. Die Gesundheitsprüfung per Antrag ist exakt die gleiche wie bei einem “echten” Antrag. Wer hier durchkommt, hat zur Verbeamtung auf Widerruf (Beginn Referendariat) die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen “richtigen” Versicherungsschutz zu wechseln. Man hat mit der Anwartschaft also einen Fuß in der Tür – so lange “Anwartschaft” oben drauf steht, aber noch keinen Anspruch auf Leistung.

In unserem Beispielfall wäre dies also die Lösung gewesen, die späteren Schwierigkeiten komplett zu umgehen. Solche Anwartschaften werden mitunter ab 1 Euro monatlich angeboten. Wer 10 Semester studiert und direkt zu Beginn des Studiums den “Fuß in die Tür stellt”, ist also mit ca. 60 Euro insgesamt dabei. Nicht nur, wer später wegen Vorerkrankung 30 Euro monatlich mehr zu zahlen hat (Risikozuschlag!) findet diesen Aufwand überschaubar.

Die Praxiserfahrung zeigt zudem, dass niemand böse ist, wenn er bzw. sie sich zeitig um den Versicherungsschutz gekümmert und eine Sache weniger vor dem Referendariat zu erledigen hat…