Vermögenswirksame Leistungen für Referendare und Lehrer

Zugegeben: Viel ist es nicht, was der Dienstherr auf Antrag den Beamten an Vermögenswirksamen Leistungen gewährt – 6,65 EUR monatlich.

Die bekanntesten Lösungen für die Anlage sind Fondssparpläne und Bausparverträge. Wer die lange Sicht in den Vordergrund stellt und keine Angst vor Marktrisiken hat, kann – unter Berücksichtigung der Kosten und des zusätzlich notwendigen Eigenbeitrags – getrost einen Fondssparplan wählen. Denn langfristig bringt die Investition in Aktien(-fonds) die besten Renditen. Auch, wenn das Bauchgefühl bei vielen Menschen ein anderes ist…

Sehen wir uns einmal das gängigste Modell an, den Bausparvertrag.

Ein Bausparvertrag dient, ganz vereinfacht gesagt, der Finanzierung einer Immobilie oder ihrer Folgekosten wie Renovierung oder Sanierung. Dabei werden 30-60 Prozent der vereinbarten Bausparsumme angespart, die Differenz steht als Darlehen zur Verfügung – mit bei Abschluss zugesicherten Konditionen.

Wieviel Haus finanziere ich mit einem Bausparvertrag?

Eher wenig. Oft sieht man Bausparsummen von 10.000 oder 20.000 EUR. Damit lässt sich beim Eigenheimerwerb oder -bau natürlich kein Staat machen. Zwar ist das Argument der Bausparkassen, es sei zumindest ein Sockel geschaffen, sicherlich nicht ganz falsch. In Zeiten eines verschärften Wettbewerbs und mitunter täglich schwankender Finanzierungskonditionen ist es aber mehr als fraglich, ob man sich mit Abschluss eines (eher kleinen) Bausparvertrags in hellseherischer Voraussicht schon auf den Vergleichssieger der Zukunft gesetzt hat.

Warum eigentlich so oft 40 EUR monatlicher Beitrag?

40 EUR monatlicher Beitrag scheinen einen Standardwert beim Bausparen darzustellen – warum? Zum einen, weil es einen Regelsparbeitrag auf die Bausparsumme gibt, die von Anbieter zu Anbieter schwankt und in den Bedingungen festgelegt ist. Zum anderen, weil der Staat VL-Bausparen in Höhe von maximal 470 EUR jährlich mit 9% fördert. Allerdings fließt die Arbeitnehmersparzulage, wie das Förderinstrument genannt wird, nur, wenn das Einkommen 17.900 EUR jährlich (Alleinstehende) bzw. 35.800 EUR jährlich (Verheiratete) nicht übersteigt. Wohnungsbauprämie wird auf einen VL-Bausparvertrag übrigens nicht gewährt.

Bekomme ich als Referendar bzw. Lehrer dann überhaupt die Förderung?

Maximal im Referendariat, denn direkt danach werden die Einkommensgrenzen überschritten. Und wer z.B. nach dem Referendariat das Schuljahr zum August beginnt und fünf Monate als Beamter auf Probe arbeitet, hat für dieses Jahr i.d.R. die Einkommensgrenze weit übertroffen.

Warum dann trotzdem Bausparen?

Am Ende oft nicht passend für einen Immobilienfinanzierung, gefördert wird im Zweifel auch nichts und um die Guthabenzinsen von meist unter 1% derzeit muss auch nicht viel Aufhebens gemacht werden. Warum dann überhaupt Bausparen? Da sind wir wieder beim Anfang des Artikels. Weil die Vermögenswirksamen Leistungen nur bei Auswahl eines entsprechenden Ansparprodukts fließen. Und weil es Bausparlösungen gibt, bei denen man ohne zusätzlichen Eigenbeitrag (also keine Rede mehr von 40 EUR mtl., wobei 33,35 EUR aus eigener Tasche fließen) einfach die 6,65 EUR monatlich mitnehmen kann und sie nicht liegen lassen muss. Und wenn man so wenig Lust auf Risiko hat, dass man selbst einen Fondssparplan mit geschenktem Geld ausschließt.

Die Einzahlung lediglich der 6,65 EUR mtl. vom Dienstherren macht natürlich nicht jeder Anbieter mit, aber es gibt passende Lösungen. Das ist gut für alle Referendare, die die VL nicht mehr verschenken müssen, weil sie einen zusätzlichen Eigenbeitrag scheuen. Nach dem Referendariat kann der bestehende Vertrag dann einfach weiterlaufen – oder verändert werden: wer dann eine Immobilie besitzt, kann mit einem Bausparvertrag immer für eine Rücklage für Renovierung und Sanierung sorgen.  Nur das mit dem Grundstock für die Finanzierung einer Immobilie bleibt so eine Sache…