Antragsfragen: (Kranken- u.) Dienstunfähigkeitsversicherung

Immer wieder höre ich die Frage: Was muss bei Versicherungsanträgen beantwortet werden?

Eine konkrete Geschichte aus einer Beratung dazu: eine potenzielle Kundin interessiert sich für eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Als Vorerkrankung gibt sie einen behandelten und gut eingestellten Bluthochdruck an.

Unsere Risikovoranfrage bei acht (!) Versicherern ergibt folgendes Bild:

– 3 Anbieter stellen eine normale Annahme in Aussicht
– 4 Anbieter wollen Hausarzt- bzw. Facharztberichte haben
– 1 Anbieter würde mit einem Risikozuschlag von 50% anbieten

Diese Ergebnisse teilten wir unserer potenziellen Kundin mit. Nach einiger Zeit, in der wir nichts von ihr gehört haben, fragten wir nach, wie ihre Entscheidung aussieht.

Ihre Antwort: sie müsse zugeben, dass sie „total verunsichert“ sei. Ein privater Freund arbeite bei einem der Versicherer. Es ist der Anbieter, der 50% Risikozuschlag verlangt. Nicht jedoch bei dem “guten” Freund. Denn er behautpet_ Die Vorerkrankung sei nicht so wichtig, das müsse man nicht angeben.

Das ist natürlich ganz großer Unsinn und die Moral von der Geschicht’ schlicht folgende:

ZU  BEANTWORTEN IST, WAS IM VERSICHERUNGSANTRAG SCHRIFTLICH ABGEFRAGT WIRD. INTERPRETATIONEN DES VERSICHERUNGSVERMITTLERS UND AUCH DES ANTRAGSTELLERS SIND DABEI NICHT ZULÄSSIG.

In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, 10 Jahre nach Vertragsschluss wegen arglistiger Täuschung jegliche Leistung zu verweigern und den Vertrag anzufechten.

Das muss nun wirklich nicht sein, da wir ja Anbieter herausgefunden haben, die eine Annahme des Antrags ohne Einschränkungen in Aussicht stellen. Also, der Klassiker: ehrlich währt am längsten!